Biographie

 


Es war einmal eine Band…

..die am 19.06.2009 in einer gemütlichen (Bier-) Runde gegründet wurde. Naja, halt. Angefangen hatte alles eigentlich schon ein Jahr früher. Damals begannen Alex und Tobi, sich regelmäßig zu treffen und zu mucken. Als man mit im Laufe der Zeit immer mehr Spaß an der Sache fand und sich auch die ersten Fortschritte einstellten, beschloss man schließlich, sich weitere Mitmusiker zu suchen, um eine Band zu gründen. Das war dann zumindest der Plan dieses bierseligen Abends.
Der Tatendrang war – nachdem der Kater abgeklungen war – groß. Doch die Suche verlief ein wenig, nun sagen wir mal, holprig (es scheint so, als sei die „chronische Unzuverlässigkeit“ eine unter Musikern gar schrecklich grassierende Krankheit). Da man die Nerven von Tobis Eltern und Nachbarn nicht mehr länger strapazieren und zudem flexibler in der Zeiteinteilung sein wollte, begann zeitgleich auch die Suche nach einem Tempel der Muse, einem Ort des kreativen Schaffens versifften Kellerloch, welches man mit lieblich ertönenden Klängen Krach füllen konnte. Auch das erwies sich allerdings zunächst als recht aussichtsloses Unterfangen. Doch dann – Zeichen und Wunder! – flatterte ein ‚Angebot, das man nicht ablehnen konnte‘, ins Haus. Der heimische Kulturverein bot seine Räumlichkeiten an. Diese Möglichkeit war der Beginn einer wonnevollen Glückssträhne der Band. Im Handumdrehen war mit Frank ein neues Mitglied an der Gitarre gefunden, der zwar blutiger Anfänger war, aber dies mit Zuverlässigkeit, hoch motivierter Überei und beispielloser Pünktlichkeit wett machte. Oh, und mit Talent, zum Glück. Wenige Proben später wurde Olli, der an einem Grillabend keinen nennenswerten Widerstand leistete, als Sänger der Band verpflichtet. Die Gier nach dem schönsten Instrument der Welt, dem Bass, war aber größer als das Goldkehlchen, und so tauschte Olli das Mikrofon gegen Fingerpicking und zockt seitdem am Bass. Gesang hatte man damit zwar wieder keinen, aber wenigstens mal eine richtige und vollständige Soundkulisse. Und einen Proberaum! Und überhaupt! Es schien bergauf zu gehen!

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Leider war diese Phase der Glückseligkeit erst mal nur von kurzer Dauer: Frank hatte andere Ziele als der Rest der Band und entschloss sich leider dazu, seine noch junge Karriere an den Nagel zu hängen.
Es folgten ungezählte Monate voller Proben zu dritt, die leider von grottenschlechten und/oder gruseligen Sängercastings (Profilneurosenalarm meets Selbstüberschätzung) überschattet wurden. Aber diese kleine Durststrecke, in der wir unser eigenes WSDTSWÜG (Wetzlar sucht den talentfreisten Sängerknaben wos überhaupt gibt) frei Haus geliefert bekamen, konnte uns natürlich nicht davon abhalten, weiterzumachen und das Beste aus der Situation rauszuholen.
Ganz untätig war man also auch in diesen schweren Stunden der Stimmlosigkeit nicht, sondern es sind viele Ideen entstanden und gereift, aus denen neue Songs wurden, und auch das alte Material wurde grundlegend überarbeitet und auf Hochglanz poliert.
“Wie aus dem Nichts” tauchte dann plötzlich Christel auf. Sie war cool drauf, wir auch, und so kamen wir ins Geschäft. Im September 2010 hat Christel ihren Dienst an unserem Mikrofon angetreten. Unsere Motivation explodierte, waren wir doch endlich zum ersten Mal eine richtig komplette Band, so mit allem drum und dran! Seitdem ging es Schlag auf Schlag: Wir zimmerten uns eine 30 Minuten Setlist zusammen, veranstalteten ein Proberaumkonzert und hatten unseren ersten Gagenauftritt (Bier und Essen ist auch eine Gage!), für den andere Menschen tatsächlich freiwillig Eintritt gezahlt haben (Haha!). Seitdem wurde unermüdlich und voller Tatendrang am Material gewerkelt, geprobt, geschrieben, geprobt und naja, getrunken.

Nach einem Jahr des gemeinsamen Schaffens verließ Christel ihren Platz am Mikrofon. Es war ein schwerer Schritt, aber für alle Beteiligten das Beste. Wir nutzen diese uns verordnete Ruhepause, um den Proberaum einer Kernsanierung zu unterziehen. Tonnen von weggekarrtem Schutt verwandelten das versiffte, muffige Kellerloch in einen wahren Palast. Während der Arbeiten hörten wir uns schon nach einer neuen Stimme um. Nach diesem reinigenden und symbolischen Abschneiden alter Zöpfe juckte es uns einfach noch mehr in den Fingern, und wir wollten unbedingt wieder mucken…
Und plötzlich ging alles ganz schnell: Benjamin aka “Igor” hing bei uns in der Probe ab und wurde zum Singen genötigt – und stand dann eben bei jeder Probe am Mikrofon. Irgendwann sogar ohne Zwang und ganz freiwillig. Kurze Zeit später enterte dann noch Michael als Rhythmusgitarrist die Band – und unser ursprünglich gewünschtes Setup war damit endlich wahr geworden.

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2012 haben wir damit begonnen, uns selbst für unseren mittlerweile wunderschönen Proberaum zu feiern und einen Termin für Demoaufnahmen zu machen. Die Proben liefen super und der Termin rückte immer näher. Als es dann endlich März wurde und die heißersehnten Aufnahmen anstanden, wurde für „Igor“ jedoch klar, dass sein Zeitmanagement es ihm nicht mehr erlaubte, alles unter einen Hut zu bringen. Und so musste 3 Tage vor den Aufnahmen ganz spontan mächtig umdisponiert werden. Getreu dem Motto: „Wenns keiner macht, mach ichs eben selbst“, sprang Olli ein und besetzte wieder seine alte Position am Mikro. Da aber Bass und Vocals gleichzeitig Ollis Gehirn ein wenig überforderten, holte man nach den Demoaufnahmen mit Michel dem Bärtigen flugs einen neuen Bassisten ins Boot. So zogen die Monate ins Land, Musik wurde gemacht, Bierkisten wurden geleert, neue Songs entstanden und alles war auf einen guten Kurs gebracht.
Für Dezember waren dann neue Aufnahmen geplant, diesmal in Eigenregie. Infolge dieses nicht unerheblichen Kraftaktes wurde klar, dass man in unterschiedliche Richtungen strebte. Nachdem diese Erkenntnis diskutiert worden war, entschloss man sich zu einem weiteren Wechsel innerhalb der Belegschaft.

Anfang 2013 ging es dann voller Elan weiter. Mit Patrick am Schlagzeug war nicht nur ein würdiger Ersatz für Tobias gefunden, sondern die Band bekam einen vollkommen neuen und dazu noch ziemlich arschtretenden Motor verpasst. Da jetzt also nicht nur musikalisch sondern auch menschlich alles in eine Richtung pegelt, können wir uns endlich den Dingen widmen, für die wir diesen ganzen Unsinn hier verzapft haben: Spielen, unendlich Spaß haben, und euch was davon mitgeben. Ach ja, und Tourrider! Völlig abgefahrene Tourrider! Und Schnaps! Und Groupies! Und.. hey, hört mir hier noch jemand zu? Hallo?!

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Natürlich kam es leider alles anders. Wie das eben so ist bei Provinzbands. Patrick hörte nach gut einem Jahr im April 2014 aus zeitlichen Gründen auf. Unser letzter Gig mit ihm fand zusammen mit den Jungs von Apewards im „Herborn“ in Herborn (ha, wer hätte das gedacht!) statt. Also ging es wieder an die Suche nach einem neuen Prügelhannes für die Schießbude. Wir hatten glück und mussten den Spielbetrieb nur kurzeitig unterbrechen, da Tobi sich bereit erklärte bis zum Ende unserer Suche aushilfsweise wieder einzusteigen. So konnten wir zumindest unseren Auftritt auf dem Greenrock Festival 2014 spielen. Doch leider rissen die Probleme nicht ab. Olli verließ die Band Ende 2014. Er hatte sich dazu entschieden auf ungewisse Zeit ins Ausland zu gehen. Damit war eine der zu diesem Zeitpunkt treibenden Kräfte und mit ihr, in personalunion, unser Sänger weggebrochen. Ausgerechnet die Art von Musiker, die man so selten in freier Wildbahn antrifft. Um nicht zu sagen: Gar nicht. Zumindest nicht, wenn man aus einem kleinen Kaff in Mittelhessen kommt. Man kann wohl sagen, dass das die schwierigste Zeit der bisherigen Bandgeschichte war. Später sollte so manches Bandmitglied gestehen, dass man sich schon mit dem Ende unseres Weges abgefunden hatte…

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Dass es nicht das Ende war seht ihr daran, dass wir hier weiter schreiben. Denn nach all den Schwierigkeiten, die wir meistern mussten, kam endlich wieder die Sonne durch die dicke Wolkendecke. Im Februar 2015 war er gefunden, der neue Antrieb für unseren Kahn. Man musste sich nicht einmal einen neuen Namen merken. Der 2 Meter Mann hört auf den Namen Tobi. Er sollte unser neuer „Traktor“ sein. Und auch das Sängerproblem war gelöst. Fortan würde unser Michel einfach das Singen übernehmen. Wie bei jedem guten Unternehmen bekam er natürlich nicht mehr Geld für mehr Arbeit. Man versprach ihm aber Gleichberechtigung bei der Verteilung von Wein und Weib. Als Bassist war er natürlich in sehr schwacher Verhandlungsposition und musste am Ende zustimmen. Und die Entscheidung sollte sich als eine der besten erweisen, die wir je gefällt haben. Das neue Lineup konnte vollstens überzeugen. Genau, wie die neuen Songs, die in der ersten Hälfte von 2015 entstanden. 2015 sollte das beste Jahr der bisherigen Bandgeschichte werden. Krönung waren die Aufnahmen der neuen Songs im November, welche unsere Erwartungen um ein vielfaches überstiegen. Genauso wie die Resonanz, die darauf folgte. Jetzt hat 2016 angefangen. Das Lineup steht noch. Die ersten Gigs auch. Neue Songs sind in Arbeit. Die Stimmung in der Band ist so gut wie nie zuvor. Wir gehen unseren Weg weiter.

 

Fortsetzung folgt…